28. Dezember 2020

Knapp 30.000 Euro für das Kinderhospiz
Jugendberufsförderung unterstützt Thüringer Projekt seit Jahren aktiv

v.l.n.r.: Stephan Masch, Beauftragter für Fundraising & Kommunikation der Gemeinnützigen Kinderhospiz Mitteldeutschland GmbH & Axel Stellmacher, Geschäftsführer der Jugendberufsförderung (JBF) ERFURT gGmbH. Foto: Felix Kalbe






Erfurt / Tambach-Dietharz. Das ganze Jahr über hat das Team der Jugendberufsförderung (JBF) ERFURT gGmbH Geld für das Kinderhospiz gesammelt. Spendenkassen standen in verschiedenen Bereichen des Bildungsträgers, bei Veranstaltungen wurde zusätzlich um Geld gebeten. Hinzu kam ein Adventsverkauf von Produkten, die in den verschiedenen Fachbereichen der JBF hergestellt worden. Drei Wochen lang, immer dienstags und donnerstags, haben die Jugendlichen und die Mitarbeitenden der Jugendberufsförderung dafür ihren Hof im Erfurter Storchmühlenweg zu einem großen Verkaufsstand gemacht. „Normalerweise haben wir immer einen großen Weihnachtsmarkt veranstaltet“, sagt JBF-Geschäftsführer Axel Stellmacher, „doch dieser fiel in diesem Jahr, wie alle anderen Weihnachtsmärkte auch, der Corona-Pandemie zum Opfer. Also haben wir es eben in diesem Jahr etwas anders gemacht.“ Und dieses anders kam an. Viele verschiedene Produkte aus der Herstellung der JBF-Jugendlichen, darunter Schwibbögen, Metallkunstwerke, bedruckte T-Shirts oder ein seniorengerechtes Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel, wurden so im kleineren Rahmen an den Mann und die Frau gebracht. Der Erlös daraus und aus den Spendenkassen waren mehrere Tausend Euro. Die Geschäftsführung der JBF rundete den Betrag auf und konnte so heute 7.500 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz übergeben. „Das ist jedoch nur ein Teil der Gesamtsumme, die wir bereits an das Kinderhospiz gespendet haben“, sagt Axel Stellmacher und berichtet, dass das Erfurter Bildungsunternehmen im Lauf der vergangenen Jahre schon 29.300 Euro an die Einrichtung in Tambach-Dietharz spendete. Ein Projekt, das Stellmacher am Herzen liegt: „Man muss nur einmal im Kinderhospiz zu Gast gewesen sein und dann weiß man, dass das Geld gut ankommt.“ Besonders während der aktuellen Corona-Pandemie ist die soziale Einrichtung im Thüringer Wald dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen, da nur so das Angebot für Familien mit schwerkranken Kindern aufrecht erhalten werden kann. Doch auch für die Jugendberufsförderung und ihre rund 300 Jugendlichen ist die aktuelle Pandemielage eine Herausforderung. „Bei uns ging es schon im März darum, dass wir alternative Leistungserbringungen für unsere fachpraktische Ausbildung anerkannt bekamen. Nun stellen uns Fernunterricht und die schwierige Betreuungslage unserer jungen Klienten vor akute Herausforderungen“, sagt Axel Stellmacher. Dass aber trotz der herausfordernden Umstände ans Kinderhospiz gespendet wird, das ist für ihn selbstverständlich. Auch weil das Unternehmen im Jahr 2021 sein 30. Jubiläum haben wird. Ob und wie dann gefeiert wird, das weiß Axel Stellmacher noch nicht. Ein Teil der Geburtstagsgeschenke soll aber auch dann wieder an das Kinderhospiz gehen.

Von einer tödlichen Krankheit sind mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen. Bis zu 28 Tage im Jahr nimmt das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz die betroffenen Familien auf. Gemeinsam können sie hier das ganzheitliche Pflege- und Betreuungskonzept nutzen. Dabei wird nicht nur das schwer kranke Kind liebevoll umsorgt und optimal gepflegt. Auch die Familien erfahren umfassende Hilfe und Entlastung. Die Aufenthalte stärken das gesamte Familiensystem, geben den betroffenen Eltern neue Kraft, die zumeist eine aufwändige 24-Stunden-Pflege meistern müssen. Die gesunden Geschwisterkinder werden in dieser Zeit gefördert und können viele Angebote vor Ort nutzen. Mehr als 40 angestellte Mitarbeiter und zusätzlich viele ehrenamtliche Helfer arbeiten für die Gäste und ihre Familien. Um dieses wichtige Hilfsangebot aufrechterhalten zu können, ist das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland dauerhaft auf Spenden angewiesen. Mehr als 1.400.000 Euro werden an Spenden pro Jahr benötigt, um allein den Betrieb der sozialen Einrichtung sicherzustellen. Die derzeitige Finanzierung durch die Krankenkassen reicht nicht aus. Hunderte betroffene Familien aus dem gesamten Bundesgebiet konnten sich seit der Einweihung des Kinder- und Jugendhospizes im November 2011 vom stationären Hilfsangebot der gemeinnützigen Trägergesellschaft (Kinderhospiz Mitteldeutschland gGmbH), überzeugen. Aktuell läuft der Innenausbau der neuen Gebäude. Ab Ende Dezember 2020 können die neuen Gästezimmer, Therapieräume, Gemeinschafts- und Sozialräume sowie eine Kreativwerkstatt genutzt werden. Rund 85 Prozent der bisherigen Gesamtinvestitionskosten der Einrichtung wurden ausschließlich durch Spenden von Privatpersonen, Vereinen, Schulen und Unternehmen und nichtstaatlichen Zuwendungen durch Stiftungen aufgebracht.



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